Internat

Liebe Besucherin, lieber Besucher,
herzlich willkommen auf der Homepage des binationalen Internates des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Pirna.
Das binationale Internat ist untrennbarer Bestandteil des Gymnasiums und bildet in besonderer Weise für tschechische und deutsche Schülerinnen und Schüler unserer Bildungseinrichtung ein „zweites Zuhause“.
Die Betreuung der Internatsschüler erfolgt in altershomogenen, binationalen Gruppen, wobei jede Gruppe einen eigenen Bereich bewohnt und „rund um die Uhr“ von pädagogischem Fachpersonal kompetent und liebevoll begleitet wird.
Einen Eindruck von unserem Internat können wir Ihnen und euch auf diesen Seiten vermitteln, wo es auch die Möglichkeit gibt, an einer virtuellen Führung teilzunehmen.
Zudem finden Sie und ihr hier ein weiteres Video, das speziell für unseren Digitalauftritt entstanden ist.
Wir laden Sie und euch herzlich ein, auf den folgenden Seiten mehr über die Geschichte der Gebäude, deren sorgfältige Renovierung, aber natürlich besonders auch über das Leben im Internat zu erfahren.
Felix Hirsch
Pädagogischer Internatskoordinator
Im Internat des Friedrich-Schiller-Gymnasium leben die Schülerinnen und Schüler in altershomogenen, binationalen Gruppen zusammen. Mädchen und Jungen sind jedoch in getrennten Internatsbereichen untergebracht. Die Mädchen werden in den Abendstunden vorwiegend von Mitarbeiterinnen, die Jungen von Mitarbeitern betreut. Diese sind Ansprechpartner, sollen Vertrauenpersonen werden, sorgen sowohl für die Einhaltung der Hausordnung wie für die individuelle Entwicklung jedes einzelnen Schülers.
Das Internat berücksichtigt bei der Ausgestaltung des Internatslebens eine dem Alter der jeweiligen Schülergruppen angemessene Mit- und Selbstverantwortung. Die Schüler wählen Sprecher ihres Vertrauens. Sie bilden zusammen mit den Mentoren, Lehrkräften und der Internatsleitung eine Konferenz, die verantwortlich für das Leben im Internat zeichnet.
Je nach Alter genießen die jugendlichen Bewohner ein unterschiedliches Maß an Freizügigkeit. Allerdings müssen Freizeit und Ausgang sinnvoll und in dem Bewusstsein genutzt werden, dass jeder Bewohner des Internats draußen zugleich auch immer die Schule repräsentiert.
Die Freizeitangebote sind:
- Kreativraum zum Basteln, Werken, Malen, Töpfern, Gestalten
- Tischtennisplatten und Basketballkorb im großen Innenhof
- Klavier im Kleinen Saal
- Leseecke im großen Klubraum
- Billiardtisch
- Computerraum zum Arbeiten und Spielen
- Fitnessraum
| 6.00 Uhr | Wecken |
| 6.30 – 7.00 Uhr | Frühstück |
| 7.30 – 11.45 Uhr | Unterricht |
| 11.45 – 12.30 Uhr | gemeinsames Mittagessen |
| 12.30 – 16.30 Uhr | Unterricht, Arbeitsgemeinschaften, Internatsaktivitäten, Freizeit |
| 16.30 – 18.30 Uhr | Studienzeit |
| 18.30 Uhr | gemeinsames Abendessen |
| 19.00 – 21.00 Uhr | Freizeit |
| 21.00 Uhr | Zimmerpflicht |
| 21.30 Uhr | „Licht aus!“ |
Unser Unterricht endet so gegen 15.30 Uhr. Er wird aber durch das Mittagessen unterbrochen, welches wir gemeinsam mit den deutschen Mitschülern einnehmen. Wenn wir dann am Nachmittag zurück ins Internat kommen, müssen wir uns für den nächsten Tag vorbereiten und Hausaufgaben machen. Die jüngeren Schüler haben eine feste Studierzeit von 16.30-18.00 Uhr, für die älteren Schüler gilt die freie Studierzeit, das heißt, jeder kann selbständig entscheiden, wann er seine Aufgaben erledigt.

In unserer noch verbleibenden Zeit treiben wir gern Sport. Dazu gibt es auch eine Reihe von Möglichkeiten. Dazu nutzen wir den Sportplatz oder sind in verschiedenen Vereinen. Im Internat kann man auch eine ganze Menge tun, z.B. kreatives Gestalten oder verschiedene AG´s besuchen. Einige von uns haben sich auf dem Gebiet der „Ersten Hilfe“ jetzt Kenntnisse angeeignet.

Als „Internatskinder“ machen wir vieles gemeinsam, dadurch entstehen viele Freundschaften zwischen uns. Dies ist für uns sehr wichtig, weil wir ohne unsere Eltern hier leben und unsere Freunde der Familienersatz sind. Die Tage im Internat laufen sehr regelmäßig ab. Aufstehen, Essen, Schule, Freizeit, Körperhygiene und Schlafen. Die Schlafenszeiten sind nach dem Alter gestaffelt. Bei uns ist der Tag so gegen 22.30 Uhr zu Ende. Jede Klasse/Gruppe hat zwei Mentoren, die sich um alle großen und kleinen Probleme kümmern, die einfach für alle und alles da sind. Und trotzdem freuen wir uns, wenn wir freitags wieder nach Hause fahren können.
Das Areal zwischen Schloßstraße und Schmiedestraße besteht aus mehreren Bürgerhäusern, die durch ihre besondere Bauform als Durchgangshäuser bezeichnet werden. An den Gebäuden, die für das Internat saniert wurden, sind Renaissancemerkmale noch am deutlichsten erkennbar. Außerdem beinhalten die Gebäude noch Elemente mehrerer anderer Bauepochen, wie Gotik und Barock bis hin zu Baustilen des 19. Jahrhunderts.
Oftmals kam es jedoch zu Umbauphasen, so dass die einzelnen Baustile ineinander übergehen oder sich überlagern. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundertst wurden auch Um-und Anbauten vorgenommen, um das Wohnen und Arbeiten zu erleichtern, jedoch wurden denkmalschützerische Aspekte dabei nicht berücksichtigt.
Das Durchgangshaus auf der Schloßstraße 13 ist dadurch gekennzeichnet, dass seine Grundfläche von der Schloßstraße bis zur Schmiedestraße reicht, und das Gebäude durch einen Innenhof verbunden ist.
Heute noch zu sehen ist eine reich verzierte Balustrade im Innenhof sowie im Giebel mehrere begehbare Böden. Im Hof an der Schmiedestraße gab es eingewölbte Lagerräume und Ställe.
Ein besonderes Merkmal des Gebäudes ist ein reich verzierter Renaissance-Erker, der nahezu in seiner ursprünglichen Form erhalten ist. Typische Renaissance-Elemente wie Beschlagwerk und Konsolsteine sind gut zu erkennen.
Ebenfalls sehr gut erhalten ist das Renaissance-Portal mit beidseitig angeordneten Sitznischen. Der Rundbogen ist mit Eierstab, Zahn-und Diamantfriesen verziert.
Der westliche Giebel des Gebäudes, der freisteht, ist durch Vorhang- und Stichbögen sowie durch gestaffelten Aufbau gekennzeichnet. Der Giebel gehört zu den ältesten Gebäudeteilen und ist erst durch den Abriss des angrenzenden Gebäudes sichtbar geworden.
Die Außenwände des Gebäudes zeigen die ganze Vielfalt der in den letzten Jahrhunderten genutzten Materialien wie Bruchsteinmauerwerk, Sandsteinquader, Vollziegelmauerwerk oder Fachwerk. Die Kellerdecken der ältesten Räume sind mit Sandsteinblocksteinen überwölbt, sogenannte Tonnengewölbe.
Die Decken über dem Erdgeschoss sind in der Regel Kappengewölbe bzw. Kreuzkappengewölbe und Netzgewölbe aus Sandstein.
Kreuzkappengewölbe und Netzgewölbe
Das Dach zeigt die Form eines Kehlriegeldaches. Es gab jedoch in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen Dachgeschossausbau.
Zwei historische Fenster, Kreuzstockfenster, konnten nur noch in einem Nebengebäude gefunden werden. Die anderen Fenster haben keine bauhistorische Bedeutung.
Die Ausführungen beziehen sich hauptsächlich auf die Gebäude Schloßstraße 11 und 13 und Schmiedestraße 50 und 51, da zu diesen Gebäuden die meisten Untersuchungen angestellt und auch öffentlich zugänglich gemacht wurden.
| 1995/1996 | Entscheidung für ein binationales Gymnasium mit Internat an der Nikolaistraße |
| 16.09.1997 | Idee des Neubaus wird verworfen, Stadtrat entscheidet, die historischen Häuser zwischen der Schloss- und der Schmiedestraße umzubauen |
| Januar 1998 | Zuwendungsbescheid über 8,9 Millionen Mark Fördermittel aus dem Interreg II-Programm |
| 23.03.1998 | Sicherung der Gebäude beginnt |
| 21.05.1998 | Unterzeichnung des Staatsvertrages zwischen der Tschechischen Republik und dem Freistaat Sachsen |
| 31.07.1998 | Sicherung der Gebäude ist beendet |
| August 1998 | erstmals lernen jeweils 15 tschechische und deutsche Schüler der 7. Klasse gemeinsam am Schiller-Gymnasium; die ersten 15 tschechischen Schüler sind bei Gastfamilien untergebracht |
| 14.09.1998 | Grundsteinlegung und Baubeginn am Internat auf der Schlossstraße |
| 16.07.1999 | Richtfest |
| September 1999 | 30 tschechische Schüler ziehen in ein provisorisches Internat in der Grohmannstraße ein. |
| 29.02.2000 | Umzug in den ersten Teil des neuen Internats im Komplex Schlossstraße /Schmiedestraße |
| August 2000 | das Internat mit 113 Plätzen und sechs Mentoren-Wohnungen ist fertiggestellt; 45 tschechische und 8 deutsche Schüler beziehen ihre Zimmer |
Zwischenlösung Grohmannstraße 1
Für die Unterbringung der tschechischen Schüler des binationalen Internates im Quartier Schlossstraße / Schmiedestraße war eine Zwischenlösung erforderlich geworden, weil der 1.Bauabschnitt nicht zum vorgesehenen Termin fertiggestellt werden konnte.
Das Konzept für den Bau des Internates sah vor, dass zum Beginn des Schuljahres 1999/2000 dreißig Schüler und zwei Lehrer internatsmäßig unterzubringen waren. Bereits am 16. März 1999 wurde vom Stadtrat eine Zwischenlösung durch die Sanierung des Gebäudes Grohmannstraße 1 bestätigt.
Der größte Teil der beteiligten Firmen, alles Partner, die am eigentlichen Vorhaben „Binationales Internat“ arbeiteten, erkannten die Terminsorgen des Auftraggebersund engagierten sich mit doppelter Kraft.
Die beteiligten Planungsbüros, Gutachter und Sachverständigen mussten weitgehend zur gleitenden Projektierung übergehen. Alle am Bau Beteiligten hielten ihre Zusagen und so konnte sich OB Bohrig am 26. August 1999 bei einem Rundgang in dem sanierten Objekt davon überzeugen, dass hier die Unterbringung unserer tschechischen Schüler bis zum Umzug ins Binationale Internat auf der Schlossstraße unter guten Bedingungen möglich war.
Das neue Internat
Das Binationale Internat war eines von 24 sächsischen Projekten zur EXPO 2000.
Der 1.Bauabschnitt für das Binationale Internat ist im Frühjahr 2000 fertiggestellt. Die Gebäude auf der Schlossstraße 13 und Schmiedestraße 50 wurden aufwendig saniert und erstrahlen in altem neuen Glanz. Die ersten Schüler konnten am 29.Februar 2000 einziehen.
Die Mädchen und Jungen werden nach dem familialen Prinzip betreut, den Wohnbereichen sind insgesamt sechs Lehrerwohnungen zugeordnet. Die in das Internatsleben eingebundenen tschechischen und deutschen Lehrkräfte fungieren als Mentoren mit prägendem Einfluss auf die Entwicklung der Heranwachsenden.
Cafeteria
Das Internat verfügt unter anderem über eine Mensa mit eigener Küche, eine Cafeteria, einen Club- einen Fitness- und einen Computerraum. Die Kinder engagieren sich in Projekten und Arbeitsgruppen wie »Die Chronik des Internates« oder »Interkulturelles Lernen«. Rege genutzt wird auch das Angebot an Arbeitsgemeinschaften vom »Binationalen Theater« bis hin zu »Informatik & Neue Medien«.



