Am 20.10.1897 war die Grundsteinlegung für den Bau einer neuen Bürgerschule in der Nicolaistraße. Zwei Jahre später erfolgte am 10.04.1899 die Einweihung als Mittlere Volksschule mit Mädchen- und Knabenklassen und als Höhere Mädchenschule. 697 Schüler lernten in 14 Jungenklassen und 10 Mädchenklassen.

1902Die Ausbildung in der Höheren Mädchenschule erfolgte bis zum 9. Schuljahr.
1920Ausgliederung der Höheren Mädchenschule und der Mädchenklassen an die Schule am Königsplatz (heutige Goetheschule).
1930Anstieg der Schülerzahlen: Im Schuljahr 1930/1931 unterrichteten 31 Lehrer 1083 Schüler in 34 Klassen an der Knabenschule.
1942Während des Zweiten Weltkrieges wurde ein Seuchen- und Infektionskrankenhaus im Schulgebäude eingerichtet.
19.04.1945Zerstörung des Westflügels infolge des Luftangriffs der US-Airforce auf Pirna. Eine größere Zahl der Patienten wurde getötet.
1947Der zerstörte Westflügel der Knabenschule wurde 1947 neu aufgebaut. Die Schule erhielt den Namen „Friedrich-Schiller-Schule“ und die Trennung in Knaben- und Mädchenschule wurde aufgehoben.
In der vierzügige Schule lernten bis zur 8. Klasse über 1000 Schülern in 32-35 Klassen und sie war eine der größten Schulen im Kreis Pirna.
1957Die ersten zwei 9. Klassen wurden in der Schiller-Schule gebildet. Es begann die Entwicklung zur Allgemeinbildenden Polytechnischen Oberschule (POS).
1959Einführung des Polytechnischen Unterrichts. Schulpartner war das Kunstseidenwerk „Siegfried Rädel

Friedrich-Schiller-Gymnasium in der Nicolaistraße

1990/91Nach der Wende erfolgte in der Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule die Bildung von Leistungsklassen.
1992/93Die ersten Schüler lernten am neu ernannten Friedrich-Schiller-Gymnasium, bestehend aus einem Hauptgebäude in Pirna und einer Außenstelle in Bad Schandau. Tschechisch wurde als zusätzliche Fremdsprache in die Ausbildung aufgenommen.
1994Feierliche Entlassen des ersten Abiturjahrgangs am 25. Juni.
1997Im Juli erfolgte die Schließung der Außenstelle des Gymnasiums in Bad Schandau.
20.05.1998Vertrag zur binationalen Ausbildung am Friedrich Schiller Gymnasium.
1998/99Bildung der ersten binationalen Klassen in Klassenstufe 7. Die Unterbringung der ersten 15 tschechischen Schüler erfolgte in deutschen Gastfamilien (vorzugsweise aus derselben deutschen Klasse).
Baubeginn am Internat.
199930 tschechische Schüler bezogen das Internatsprovisorium in der Grohmannstraße.
2000Im März zogen die Schüler in das Binationale Internat in der Schlossstraße. Die Kulturminister Sachsens und Tschechiens eröffneten das fertiggestellte Haus.
2001Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte das Internat und eröffnete das neue Seminargebäude.
2004Die ersten deutschen und tschechischen Schülerinnen und Schüler des binationalen Bildungsganges legten im Mai und Juni ihr Abitur ab, welches in Tschechien und in der BRD gleichermaßen anerkannt ist.
Tschechien wurde Mitglied der Europäischen Union.
2006Besuch der beiden Staatspräsidenten Deutschlands und Tschechiens Horst Köhler und Vaclav Klaus.
ab 2006Gemeinsames Unterrichten von Schülern des Schiller-Gymnasiums und Fetscher-Gymnasiums in der Nicolaistraße, da das alte Seminargebäude in der Seminarstraße saniert wurde.
15.05.08Festveranstaltung anlässlich 10 Jahre binationalen Ausbildung.

Friedrich-Schiller-Gymnasium in der Seminarstraße

Ab dem Schuljahr 2008/09 arbeiteten beide Gebäude unter dem Namen „Friedrich-Schiller“. Im März 2009 war der restliche Teil des modernisierten, mit einem Glaszwischenteil versehenen Gebäude auf der Seminarstraße fertig.
Im gleichen Monat wurde der Umzug der restlichen Klassen und Einrichtungen des Schiller – Gymnasiums von der Nicolaistraße an den neuen Standort getätigt.

11.09.2009Übergabe des renovierten Gebäudes mit den Außenanlagen, wozu nun auch wieder der Park gehört, bei einem großen Schulfest.
27.10.2010Festveranstaltung 10 Jahre Internat
2011Friedrich-Schillergymnasium wird Europaschule in Sachsen.
14.04.2011Unterzeichnung einer „Gemeinsame Erklärung zur Zertifizierung von Tschechischkenntnissen sächsischer Schüler auf der Basis des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“.
11.11.2013Schulsport kann in der neuen 3-Feld-Sporthalle „Rainer-Fetscher Halle“ durchgeführt werden. Direkt hinter dem Schulgelände befindet sich die neue Außensportanlage (Laufbahn und Spielsportfeld mit Tartanboden).
26.11.2013Eröffnung der Museumshalle im ehemaligen Eingangsbereich des Schulgebäudes.
2014Optimale Bedingungen für den Sportunterricht durch die Nutzung der erst im September 2014 eingeweihten Sportschwimmhalle neben dem Schulgebäude.
06.08.2017Zum 20. Mal wurde eine neue deutsch-tschechische Klasse an der Schule aufgenommen.

 

Das Lehrerseminar

Das Lehrerseminar von 1872 – 1928

1872 beschloss der sächsische Staat wegen der „starken Bevölkerungsvermehrung“ die Errichtung zweier neuer Lehrerseminare in den Kreisdirektionen Dresden und Bautzen. Auch wegen der nachweislichen Tradition des ersten Seminars erhielt Pirna den Zuschlag und am 1.Mai 1873 ein staatliches Lehrerseminar. Mit 18 Schülern, die von 2 Hauptlehrern und einem Nebenlehrer unterrichtet wurden, begann der Lehrbetrieb. Leiter wurde der 1. OL Dr. Oberländer. Ein eigenes Heim gab es dafür nicht, der Unterricht wurde in gemieteten Räumen des neuen Bürgerschulgebäudes am Hindenburgplatz erteilt. Die Seminaristen wohnten im Haus des Seifensieders Kegel am Markt ( im Canalettohaus).

1874 begann auf dem Gelände der Bau eines großen Schulgebäudes. Die Stadt schenkte den Bauplatz für 7840 M und der Staat errichtete in den Jahren 1874 – 76 für 417600 M das staatliche Gebäude Seminarstraße 3. Man ließ sich dabei von dem Grundsatz leiten, die Bildungsstätte für den zukünftigen Lehrer müsse in jeder Hinsicht eine Musteranstalt sein.(3) Am 26. Oktober 1874 war Grundsteinlegung, am 4. September 1875 Richtfest. Durch einen strengen Winter kam es zu Bauverzögerungen. Trotzdem wurde das neue Seminargebäude am 12. Juni 1876 mit einem Festakt in der Aula eingeweiht.

Ab dem 9. September 1876 konnte auch die Turnhalle genutzt werden. Ostern 1878 war die Anstalt mit 6 Seminar- und 4 Übungsschulklassen voll ausgebaut. Auswärtige Schüler konnten im Schulgebäude in einem Schülerwohnheim wohnen.

Der verstärkt musischen Ausbildung des Seminars gerecht werdend, verfügte die Einrichtung über mehrere Orgeln und 2 Bibliotheken, eine gutausgestattete Schüler- und Lehrerbibliothek, eine Hauptbücherei im Konferenzzimmer mit 3500 Werken in 7000 Bänden und eine Schülerbibliothek im Lesezimmer mit 1300 Bänden.

Das neue Schulgebäude hatte einen weiträumigen Mittelbau mit zwei gleichlangen Flügeln, die erweiterungsfähig waren. 1889 wurde dann auch der Nordflügel durch einen Anbau verlängert. Ein großes angrenzendes Gelände hinter der Schule wurde zu einem Schulpark umgestaltet. Besonderheiten waren ein großer Pflanz- und Kräutergarten, sowie eine kleine Baumallee, unter den Schülern (und Lehrern) als „Seufzerallee“ bekannt, auf der schon viele „Pärchen“ gewandelt sind.

Seit 1901 erschien (bis zur Papierknappheit der Inflationszeit) ein eigenes Schulblatt, der „Pirnenser Bote“, das wichtige Ereignisse aus dem Schulbetrieb und staatliche Mitteilungen am Seminargebäude und in Pirna verbreitete.

Von 1905 – 1910 gab es erste Renovierungen im Innenbereich. An das Lehrerseminar wurde 1906 eine Seminarschule angeschlossen. Wachsende Schülerzahlen machten eine Erweiterung des Gebäudes notwendig und 1915/16 fügte man daher noch ein selbstständig gegliedertes Gebäude an. Dadurch entstanden neue Räume für Physik und Chemie und weitere Übungsschulzimmer.

Während des 1.Weltkrieges kam es zu Unregelmäßigkeiten im Schulalltag, weil Lehrer zum Kriegsdienst eingezogen wurden. In den Wintermonaten wurde das Seminar wegen Kohlemangels sogar zeitweise geschlossen. Im „Pirnenser Boten“ waren seit dem Beginn des 1. Weltkrieges auch zunehmend Gefallenenannoncen ehemaliger Schüler und Lehrer zu finden.

Am 31.Oktober 1920 gedachte man der 81 Pirnaer Soldaten, die im 1. Weltkrieg gefallen waren, in dem man im Schulgarten ein Denkmal einweihte. Es wurde von dem später berühmt gewordenen Pirnaer (Copitzer) Bildhauer Franz Manka geschaffen und trug neben einem Stahlhelm aus Sandstein die eingemeißelten Namen der Gefallenen oder Vermissten, von denen die meisten eine pädagogische Tätigkeit ausgeübt hatten, da sie ja ausnahmslos am Pirnaer Lehrerseminar ausgebildet wurden.

In der Weimarer Republik entwickelte man andere Richtlinien zur Ausbildung von Lehrern und die Seminare wurden abgeschafft. Das Lehrerseminar und die Seminarschule in Pirna wurden 1928 geschlossen.
Von 1872 bis 1928 wurden 1350 Lehrer im Lehrerseminar in der Seminarstraße 3 ausgebildet.

Staatliche Deutsche Oberschule von 1922 bis 1945

1922 – 1937

Während auch das Pirnaer Seminar von Ostern 1922 an abgebaut wurde, begann im gleichen Jahr der Aufbau der Höheren Schulbildung – die Deutsche Oberschule. 

Am 19. April 1922 wurden 22 Knaben zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr aufgenommen. Diese Schüler nannten sich nun nicht mehr „Seminaristen“, sondern Sextaner.
Schüler von 10 bis 19 Jahren besuchten nun die Schule; als „Oberschüler“ erwarben sie in 9 (seit 1937 in 8) Jahren, als „Aufbauschüler“ ( eine „Aufbauschule“ war ebenfalls seit Ostern 1923 im Gebäude auf der Seminarstraße untergebracht) in 6 (seit 1937 in 5) Jahren die Reife für den Besuch der deutschen Hochschule.

Es war nun eine allgemeinbildende höhere Lehranstalt. Der letzte Seminardirektor Bartholomey wurde auch Direktor der Deutschen Oberschule und leitete sie bis zu seinem Ruhestand 1937. „Schulgebäude, Schülerheim und Lehrerschaft blieben – Schülerschaft und Lehrplan erhielten ein neues Gesicht“ .(4)

In den Folgejahren besuchten auch zahlreiche Mädchen die Pirnaer Oberschule. Auswärtige Schülerinnen konnten seit 1926 im neu errichteten Schülerinnenwohnheim wohnen, betreut von einer Heimleiterin. Der Andrang im neuen Heim machte 1928 noch einen Anbau notwendig, dessen Dachplattform u.a. für naturwissenschaftliche und astronomische Beobachtungen und Gymnastikübungen genutzt wurde.

!930/31 besuchten die Schule 450 Schüler und Schülerinnen. Ostern 1931 wurden die ersten Abiturienten aus je einer Oberschul- und Aufbauklasse entlassen.

Seit Ostern 1934 wurden keine Mädchen mehr in die Deutsche Oberschule aufgenommen, da Pirna seit 1927 bereits eine gut ausgebaute Höhere Mädchenschule hatte. So wurde die Schule in der Seminarstraße allmählich eine reine Jungenschule. Schüler- und Schülerinnenheime blieben erhalten, wurden aber nun von allen höheren Schulen Pirnas genutzt. (6) Ab Ostern 1936 fielen auch die Neuaufnahmen für Aufbauzüge weg, da die Zahl der Aufbauklassen in Sachsen überhaupt verringert wurde.

Mit der Reichsschulreform von 1937 beschloss die Stadt Pirna, ihre eigene städtische Höhere Schule aufzugeben und verschmolz die beiden 8stufigen Schulen der Stadt. Seit Ostern 1939 nahm die staatliche Oberschule die städtische Oberschule (frühere Realgymnasium) bei sich in der Seminarstraße auf. Es entstand die Staatliche Oberschule für Jungen. Die nun sprunghaft angestiegene Schulgemeinde bestand aus 541 Schülern und 44 Lehrkräften und war damit die größte Schule mit Internat in Sachsen. (7)

Seit 1927 erschien der „Pirnaer Bote“ als neues Schulblatt der Oberschulgemeinde und berichtete vierteljährlich von der Pirnaer Oberschule. Er war zugleich Mitteilungs- und Austauschblatt der Altpirnenser des früheren Seminars(8).

Ab Schuljahresbeginn 1939 wurden die Klassenbezeichnungen 1 – 8 = Abiturklassen eingeführt. (Die 5.Klasse war also nun an der Oberschule die 1.Klasse.) (9)

1939 – 1945

Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges 1939 wurde auch die Schule für den Krieg „gerüstet“. Die Fenster bekamen Verdunklungseinrichtungen und einige Räume wurden dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Später baute man im Kellergeschoss bombensichere Luftschutzkeller, Gasschleusen und splittersichere Fenster ein. (An der Außenmauer Südseite zeugten bis zur Renovierung zwei auf den Putz aufgemalte Doppelpfeile mit der Inschrift LSR (= Luftschutzraum) von dieser Zeit. Eines dieser Zeichen wurde als „historisches Denkmal“ erhalten und wieder aufgemalt.)
Durch Wehrdienst von Lehrern und Schülern kam es zu vielen Unterrichtseinschränkungen.

Der Krieg verschonte auch die Schüler nicht. Am 31.August 1943 wurden 66 Schüler des Jahrganges 1927 als Luftwaffenhelfer eingezogen. Sie wurden zum Schutz der „Reichshauptstadt“ Berlin eingesetzt, wo sich ein grausiges Schicksal erfüllte. Bei einem Luftangriff im November 1943 traf ein Bombenvolltreffer die Flakstellung der Pirnaer Jungen und tötete auf einen Schlag 11 von ihnen. Sie wurden auf dem Pirnaer Friedhof beerdigt.

Eine größere Anzahl von Jungen aus Bremen, wurde von der dortigen Lüderitzschule durch Kinderlandverschickung nach Sachsen geschickt. In Gastfamilien und durch den Unterricht im Seminargebäude wurde Pirna für zwei Jahre (1943 – 1945) eine zweite Heimat für sie. Noch heute haben viele von ihnen Verbindung zu den Familien ihrer damaligen Gasteltern.

Um das Seminargebäude im Notfall verteidigen zu können, wurden am kleinen Eingang zu beiden Seiten Schießscharten in den Sandstein gebrochen, durch die ein MG – Schütze die Straße unter Feuer nehmen konnte. Diese Durchbrüche sind heute noch vorhanden und wurden bei der Rekonstruktion in den neuen erweiterten Haupteingang mit integriert.

Der Unterricht fand nach dem Bombenangriff auf Dresden kaum noch statt. Die Schule diente u.a. als ein Lazarett.

Neuanfang nach 1945

1945 erschien das „Gesetz zur Demokratisierung der Schule“. Es enthielt die Forderung nach einer achtklassigen Grundschule und einer vierklassigen Oberschule. Im August 1945, noch vor Wiederaufnahme des Unterrichts nach dem Kriege, wurde Hans Knebel zum Rektor der Schule ernannt. (Am Schuljahresende 45/46 schied er auf eigenen Wusch wieder aus.)

Am ersten Oktober 1945 trafen sich alle ehemaligen Schüler, die noch (oder wieder) zu Hause und nicht in den Kriegswirren versprengt oder tot waren. Der Unterricht begann zunächst im alten Schulgebäude auf der Seminarstraße.
Da in den nächsten Wochen rund 90% der verbliebenen Lehrer wegen Zugehörigkeit zur NSDAP entlassen wurden, war ein ordentlicher Unterricht kaum möglich. Vielfach wurden als Lehrer Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten eingestellt, von denen so mancher wieder gehen musste, weil er seine Zugehörigkeit verschwiegen hatte (11). 

Am Mai 1946 nahm die Kreiskommandantur der sowjetischen Armee ihren Sitz im Schulgebäude. Die Seminarstraße wurde durch eine Bretterbarriere mit Posten abgesperrt. Aus dieser Zeit vorhanden sind noch 5 zu Gefängniszellen umgebaute Kellerräume, die mit verschließbaren Gittertüren sowie einer blechverstärkten zweiten dicken Holztür mit Spion abzusperren gingen, davor konnte noch ein schwerer Stahlriegel gelegt werden. Alle Türen tragen russische Aufschriften, was Schlüsse auf die Verwendung der einzelnen Zellen zulässt. (etwa: „strenge Haft“, „Untersuchungshaft“ usw.) 2 noch erhaltene Holzpritschen, die am Tage an die Wand geklappt und verschlossen wurden, lassen den düsteren Alltag der Häftlinge nur ahnen.

Der Unterricht fand im Gebäude der ehemaligen Oberrealschule an der Reitbahnstraße statt.
Ab dem 1.Juli 1946 wurden einheitliche Lehrpläne in der SBZ eingeführt. 1946 konnten bereits wieder 8. Klassen ihren geregelten Unterricht aufnehmen. Aus Platzgründen fand dieser am Nachmittag statt.

1947 – 1989

Im Januar 1947 konnten die älteren Schüler bereits das Abitur ablegen, der Rest im Frühsommer 1947. (13) Im September wurde die Oberschule mit der „höheren Mädchenschule“ vereint und es entstand die Städtische Oberschule für Mädchen und Jungen. Sie erhielt 1947 den Namen „Rainer Fetscher“. Ein Jahr später konnten bereits wieder 8. Klassen aufgenommen werden.

Erst am 1. September 1951, fast zwei Jahre nach Gründung der DDR, konnte der Unterricht wieder im alten Gebäude in der Seminarstraße weitergeführt werden. Im gleichen Jahr wurde die große Orgel demontiert, die stark beschädigt war.

Durch das 1959 in der DDR erlassene „Gesetz über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens in der DDR“ wurden 1960 die sogenannten „Erweiterten Oberschulen“ (EOS) eingeführt, die in etwa den heutigen Gymnasien entsprachen. Auch die Einrichtung auf der Seminarstraße bekam nun diese Bezeichnung.

Die Schule wurde malerisch umgestaltet, Mobilar und Technik in großem Zuge erneuert. Sie erhielt eine eigene Bibliothek, in die einige Bände der ehemaligen Lehrerbibliothek aus Zeiten der Deutschen Oberschule und sogar einzelne Bücher aus der Seminarzeit integriert werden konnten. Natürlich wurde davon auch einiges „Unliebsame“ entsorgt oder die alten Schulstempel herausgeschnitten.

1968 wurden Vorbereitungsklassen gebildet, die nach dem Lehrplan der damaligen POS unterrichtet wurden. Diese wurden so, von EOS – Lehrern unterrichtet, an das Niveau der EOS herangeführt.
1975 war die Neugestaltung des Sportplatzes auf dem Schulgelände.

1981 erfolgte versuchsweise die Aufnahme von POS -Schüler nach Klasse 10 unmittelbar in die 11.Klassen.

In den 80er Jahren wurde der zur Schule gehörende Park abgetrennt und vom benachbarten Krankenhaus benutzt.

1990 – 2018

Nach der Wende, Anfang der 90er Jahre, wurde die EOS als „Rainer – Fetscher – Gymnasium“ fortgeführt und 1991 auch hier das neue Kurssystem übernommen.

Als um die Jahrtausendwende beschlossen wurde, eines der 3 Pirnaer Gymnasien wegen sinkender Schülerzahlen zu schließen, traf das harte Los die traditionsreiche Einrichtung auf der Seminarstraße. Vorbereitet wurde eine Zusammenführung mit der Belegschaft des Friedrich – Schiller – Gymnasium Pirna auf der Nicolaistraße, an dem seit 1998/99 auch eine zusätzliche binationale Ausbildung für deutsche und tschechische Schüler möglich war.

Im Sommer 2006 begann die Sanierung des alten Seminargebäudes. Bereits ab September 2007 konnte der Unterricht im fertig gestellten Hauptgebäude wieder aufgenommen werden.
Im Oktober 2008 wurde der Neubau am südlichen Seitenflügel, der von 1928 stammte, abgerissen und die Schule erhielt damit ihr heutiges Aussehen.

Ab dem Schuljahr 2008/2009 arbeiteten beide Gebäude unter dem Namen „Friedrich – Schiller – Gymnasium“.

Im März 2009 war der restliche Teil des modernisierten, mit einem Glaszwischenteil versehene Gebäudes auf der Seminarstraße fertig. Im gleichen Monat wurde der Umzug der restlichen Klassen und Einrichtungen des Schiller – Gymnasiums von der Nicolaistraße an den neuen Standort getätigt. Nur die Abiturklasse 12 verblieb bis zu den mündlichen Abiturprüfungen in der Nicolaistraße.

Ab dem Schuljahr 2009/2010 fand der gesamte Unterricht des Friedrich-Schiller-Gymnasiums im neuen Gebäude auf der Seminarstraße statt. Am 11. September 2009 wurde das renovierte Gebäude mit den Außenanlagen, wozu nun auch wieder der Park gehört, bei einem großen Schulfest übergeben.

Aus dem einstigen Königlichen Lehrerseminar war ein in Deutschland einmaliges Binationales Gymnasium geworden, in dem nun jedes Jahr, neben vielen deutschen, auch tschechische Schüler mit Erfolg das Sächsische Abitur ablegen werden.